Wenn man die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main als einen Container, einen Körperraum, mit einer permeablen, flexiblen Außenhaut sieht, dann gibt es innerhalb dieser Schutzhülle ganz unterschiedliche Körper-systeme: ein stützendes Skelett, zu aktivierende Muskeln und Muskelgruppen, modulierbar im Spannungstonus, das Bindegewebe und verschiedene Flüssigkeiten, Drüsen und Organe. Alle erfüllen verschiedene lebenswichtige Funktionen. Ein nervöses Leitsystem zur Informationsübermittlung durchzieht diesen Körper mit einem komplexen Netzwerk, stellt Verbindungen her zwischen Zellen, Organen, Organisationen. Dieser Körper ist durch Sinn–volle Erfahrungen, die teilweise auch mit Lust im Scheitern erworben wurden, zu einer vielschichtigen Wahrnehmung auf vielen parallelen Ebenen in der Lage und nur durch Kommunikation nach Innen, Grenz-erfahrungen und Kommunikation mit der Außenwelt lebensfähig.
Wo in diesem Körper lässt sich der Spirit, das Chi, die Energie lokalisieren? Welche körperlichen Sensationen könnten mit Spirit verbunden sein? Nancy Stark Smith beschreibt in einem Interview mit Bonny Bainbridge Cohen in Contact Quarterly (Vol 34 N°2) ihre Wahrnehmung mit »a kind of lengthening out, stretching away from center«.
In dem Buch »my body the buddhist« über die Choreographin Deborah Hay wird diese wie folgt zitiert: »where I am is what I need, cellularly«. Eine der dominanten und anhaltenden Metaphern in Deborah Hays Kultivierung der Physikalität ist die Postulierung des Körpers als die sich ewig wandelnde, kumulative Performance von 75 Milliarden halbunabhängigen Zellen.
Prof. Dieter Heitkamp